Das Leben steckt voller schöner Momente, man muss nur die Augen dafür offen halten. Wie wichtig mir das ist und wie sehr es mir dabei hilft, mit den Widrigkeiten des Lebens umzugehen, habe ich schon im ersten Artikel der Rubrik „Echtes Leben“ erzählt. Was liegt da näher, als eine Beitragsserie zu starten, in der es nur um die Kleinigkeiten geht, die den Alltag versüßen? Los geht es mit etwas, das ich zumindest draußen in der Natur nur noch für kurze Zeit genießen kann:

Rosenduft

In der Nähe meiner derzeitigen Wohnung gibt es einen wunderschönen Park mit einem kleinen Rosengarten. Er beherbergt die verschiedensten Sorten in allen möglichen Farben, von weiß über zartrosa bis hin zu dunkelrot und violett. Im Frühjahr konnte ich bei jedem Spaziergang eine neue Knospe oder Blüte entdecken. Es war ein gemächlicher und zugleich wunderbarer Wandel vom ersten zarten Erblühen bis zur vollen Blütenpracht.

Übrigens sind es oft nicht die Rosen, die besonders prächtig wirken, die den schönsten Duft verströmen, sondern die unscheinbareren Blüten. In dieser Hinsicht sind Blumen ein wenig so wie Menschen: Den unauffälligeren Exemplaren muss man sich vorsichtig nähern, um wahrzunehmen, wie besonders sie sind.

Der Herbst macht sich bereits bemerkbar, viele der Rosensträucher sind verblüht, aber hier und da gibt es doch noch eine Blüte, an der ich schnuppern kann. Das mache ich jedes Mal. Für mich hat der Duft etwas sehr Beruhigendes und Entspannendes. Wenn ich gestresst bin, gehe ich mit der Nase ganz nah an eine Rosenblüte heran und atme mehrere Male bewusst tief ein und aus. Während der Duft in mich hineinströmt, merke ich bereits, wie ein Teil der Anspannung von mir abfällt. Auch andere Düfte haben diesen Effekt auf mich, etwa Lavendel oder Patchouli, aber keinen anderen liebe ich so sehr wie den der Rosen.

Übrigens mag ich die Blumen am liebsten, wenn sie noch am Strauch sind. Ich kaufe mir daher keine Rosen für zuhause, ich genieße sie lieber draußen, im Park. Wenn die letzten Blütenblätter gefallen sind, freue ich mich bereits darauf, im Frühjahr die ersten Knospen zu entdecken. Bis es so weit ist, gönne ich mir ein Fläschchen ätherisches Rosenöl, so brauche ich auch in der dunklen Jahreszeit nicht auf meinen Lieblingsduft zu verzichten.

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