Momentan befindet sich mein Leben in einer Art Zwischenstation. Ich habe mich entschieden, die WG zu verlassen, in der ich gerade wohne. Das neue Apartments ist gemietet, der Einzugstermin steht fest, aber ich bin noch hier. Ein wenig fühle ich mich daher, als würde ich in einer Warteschlange feststecken. Das ist für mich der perfekte Zeitpunkt, um wieder einen Blog zu starten. Darüber nachgedacht hatte ich schon länger, aber der Gedanke musste erst reifen, bis er zu einem Impuls werden konnte, der mich antreibt, ihn umzusetzen.

Ich hatte schon mehrere Websites in meinem Leben, sowohl Buchblogs als auch persönliche Seiten. Nach einer Weile haben sie nicht mehr zu mir gepasst, und ich habe sie aufgegeben. Ob das auch mit diesem Blog passieren wird? Kategorisch ausschließen würde ich das nicht, aber ich halte es für deutlich unwahrscheinlicher als bei meinen vorigen Projekten. Das hat mehrere Gründe. Zum einen habe ich dieses Mal tatsächlich einen Plan. Früher habe ich einfach losgelegt und geschaut, wo es hinführt. Dieses Mal habe ich ein Konzept. Ich habe mir vorab Gedanken gemacht und erst mit dem Aufbau begonnen, als ich mir wirklich sicher war, dass ich wieder einen Blog haben möchte, weil es mir Freude bringt und mein Leben bereichert.

Das Leben wandelt sich – und ich mich mit

Die letzten Jahre haben einige Schwierigkeiten mit sich gebracht. Die Krankheit eines geliebten Menschen, Ängste, Verlust und Trauer haben so viel Raum eingenommen, dass ich weder die Zeit noch die Energie gehabt hätte, um mich einer Website zu widmen. Manche legen in solchen Situationen eine Blogpause ein, aber für mich war das nie eine Option. Wenn ich zu dem Entschluss gekommen bin, meinen Internetauftritt zu schließen, dann war es zu diesem Zeitpunkt die richtige Entscheidung, ich habe es nie bereut. Jetzt, da ich so langsam zur Ruhe komme, merke ich aber, dass mir das Bloggen fehlt. Also fange ich wieder an, auch wenn die klassischen Blogs in weiten Teilen längst von Social Media abgelöst wurden. Eine eigene Website ist für mich wie ein virtuelles Wohnzimmer, das ich einrichten kann, wie es mir gefällt.

Doch nicht nur meine Herangehensweise an meine Website hat sich geändert, auch ich bin in vielerlei Hinsicht ein anderer Mensch geworden, nicht komplett, aber doch in Teilen. So schwer die letzten Jahre waren, sie haben mich gefestigter und stärker gemacht. Ich fühle mich nicht mehr so sprunghaft wie früher, mehr bei mir selbst.


Veränderungen gibt es dennoch, wie jetzt den Umzug, denn nach einer anfänglichen Begeisterung für die WG und die tolle Umgebung spürte ich bald, dass ich nicht mehr der Mensch bin, der für ein solches Zusammenleben geeignet ist. Früher war ich selbst chaotisch, inzwischen habe ich Ordnung in mein Inneres gebracht, und ich möchte, dass sich diese Ordnung auch in meiner Umgebung spiegelt. In meinem Zimmer tut sie das, im Rest der Wohnung nur bedingt.


Früher hätte ich viel länger gehadert, bis ich mich zu einer Entscheidung durchringe, jetzt habe ich etwas unternommen, als für mich klar war, dass ich mit der Wohnsituation dauerhaft nicht glücklich werde. Ich beginne diesen Blog also an meinem alten Wohnort und nehme ihn mit in eine neue Stadt und damit auch in einen neuen Lebensabschnitt.

Warum ich diesen Blog schreibe

Der Alltag hält zahlreiche schöne Momente bereit, wenn man die Augen offen hält. Bis vor einigen Jahren habe ich solche kleinen Dinge kaum gesehen, war zu sehr in Negativität verstrickt und habe den Fokus nur auf meine Ängste und Sorgen gelenkt. Die gibt es immer noch und ich ignoriere sie nicht, aber ich schaffe mir ein Gegengewicht dazu, indem ich auch in schwierigen Zeiten versuche, den Blick für das Positive zu schärfen. Das ist nicht immer leicht, aber es hilft mir, mich halbwegs aufrecht zu halten, wenn widrige Umstände versuchen, mich zu Boden zu ringen.


Ich bin kein Coach oder dergleichen, aber ich habe im Lauf meines Lebens einige Erfahrungen gesammelt und sammle sie immer noch. Wenn ich darüber schreibe, findet sich vielleicht irgendjemand dort draußen in meinen Worten wieder oder lässt sich inspirieren. Falls mir das nur bei einem Menschen gelingt, hat sich der Blog schon gelohnt.

Alles Liebe
Claudia

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